
Nach der Biologin Lynn Margulis ist die Evolution irdischen Lebens wesentlich von Symbiosen geprägt. Was kann der Mensch von den nachhaltigen Lebensweisen der Mikroalgen lernen? Die Videoinstallation „SOLIDARITIES (Zoé)“ zeigt einen nichtbinären Performer in liebevollem Kontakt mit algenbasierten Objekten. Der Körper verbindet sich, wird erweitert, erscheint skulptural. Das KI-generierte, hybride Wesen Zoé schwebt durch das Bild. Es berichtet von den Superkräften der Algen und den harmonischen Lebensgemeinschaften.
Die Säule der Symbiosen ist mit Skulpturen aus Folie kombiniert, in denen Chlorella-Kulturen leben und die Sauerstoff produzieren. Ihre Formen zitieren menschliche Gliedmaßen und Wasserlebewesen. Die Bioreaktoren sind an den Süßwasserpolypen Grüne Hydra angelehnt – ein Tier, das eine symbiotische Lebensform mit Mikroalgen eingeht.

Stefan Hurtig ist ein Leipziger Medienkünstler, dessen Videos, Installationen und Performances sich um Körperbilder, Biotechnologien und kapitalistische Logiken des Selbst drehen. In jüngsten Projekten geht es um posthumanistische Perspektiven, fluide Identitäten und friedliche Koexistenzen von Mensch und nichtmenschlichen Lebewesen. Er ist Mitglied des Digital Salon Leipzig und assoziierter Kurator bei Videocity Basel. Sein Kleingarten ist ihm ein wichtiger Ort des Lernens und der Inspiration.