
Das Projekt ist ein Prototyp-Programm, das das Verhalten von Computerviren und biologischen Viren miteinander verbindet. Eine numerische Sequenz – abgeleitet von einem beliebigen biologischen oder physikalischen Detektor – wird durch virale Algorithmen transformiert und dekonstruiert. Virale Sequenzen wirken kombinatorisch, stören und ersetzen nach und nach die ursprünglichen Daten, um völlig neue Konfigurationen von Symbolen und biologischen Formen zu erzeugen. Die offene Struktur ermöglicht die Schaffung unvorhersehbarer, emergenter Sequenzen, die tiefe Beziehungen zwischen logischen, rechnerischen und biologischen Systemen offenbaren. Die Arbeit untersucht, wie Identität, die zunehmend als digitale Daten kodiert wird, transformiert und über Netzwerke verteilt werden kann. In der Testversion wird meine DNA (gewonnen aus Speichel) mit viralen Codes – Lloviu, Polio, Marburg und Ebola – verschmolzen und bildet so eine multidimensionale, nicht-menschliche Einheit, die zu kontinuierlicher Transformation, Replikation und Verteilung fähig ist und eine Form der digital-biologischen Unsterblichkeit suggeriert.

Robert B. Lisek ist Künstler, Mathematiker und Komponist, der sich mit den Schnittstellen zwischen Informatik, Biologie und Gesellschaft beschäftigt. Seine Arbeit umfasst KI, Bioingenieurwesen und Quantenphysik, wobei er Algorithmen, neuronale Netze und genetische Daten nutzt, um Zufälligkeit und Ordnung zu untersuchen. Als Pionier der KI-basierten Kunst komponiert er auch experimentelle Musik. Lisek gründete das Fundamental Research Lab und das ACCESS Symposium mit über 300 Ausstellungen weltweit, darunter ZKM, IRCAM, MAXXI und Ars Electronica.